Was sind Predatory Publishers?

Predatory Publishers sind Open-Access-Verlage, die vorgeben vollwertige wissenschaftliche Zeitschriften herauszugeben und dafür Publikationsgebühren von den Autoren einfordern, ohne aber einen Qualitätssicherungsprozess (wie z. B. ein Peer-Review-Verfahren) oder eine redaktionelle Bearbeitung zu gewährleisten. Diese unseriösen Zeitschriften oder Verlage geben sich als renommierte wissenschaftliche Publikationsorgane aus, verfolgen jedoch primär finanzielle Interessen, ohne wissenschaftliche Standards einzuhalten. Dies kann dazu führen, dass qualitativ minderwertige oder sogar gefälschte Forschungsergebnisse publiziert und verbreitet werden.

Merkmale eines Predatory Journals

Vor der Publikation Ihrer Forschungsergebnisse sollten Sie besonders auf folgende Warnsignale achten, um Predatory Journals zu erkennen.

Unseriöse oder schlecht gestaltete Homepage

Häufig sind Websites von Predatory Journals unprofessionell gestaltet, enthalten Rechtschreibfehler oder verwenden generische Stock-Fotos.

Kein oder ein zu kurzes Peer-Review-Verfahren

Seriöse wissenschaftliche Zeitschriften durchlaufen einen strengen Begutachtungsprozess. Fehlt dieser oder ist er auffallend schnell, ist Skepsis angebracht.

Pseudo Impact Factors

Predatory Journals nutzen gefälschte oder wenig aussagekräftige Impact Factors, die nicht von renommierten Diensten wie dem Journal Citation Reports (JCR) vergeben wurden.

Dubiose Verlagsadresse

Der Verlagssitz ist oft schwer nachvollziehbar oder existiert gar nicht.

Fehlende Indexierung in renommierten Datenbanken

Seriöse Journals sind in wissenschaftlichen Datenbanken wie Scopus, Web of Science oder PubMed indexiert.

Breite thematische Ausrichtung

Viele unseriöse Journals decken ungewöhnlich viele Disziplinen ab, ohne klare thematische Fokussierung.

Ungenaue oder gefälschte Angaben zum Editorial Board

Oftmals werden fiktive oder nicht überprüfbare Mitglieder als Redaktionsmitglieder angegeben.

Unseriöse Kontaktadressen

Die verwendeten E-Mail-Adressen sind oft allgemeine Freemail-Adressen (z. B. Gmail, Yahoo) statt institutioneller Adressen.

Diskussionen über die Seriosität im Internet

Eine schnelle Internetrecherche kann Hinweise auf zweifelhafte Praktiken liefern.

Nachdrückliche Kontaktaufnahme per E-Mail

Unseriöse Journals versenden oft massenhaft unaufgeforderte Einladungen zur Publikation oder Teilnahme an Konferenzen.

Journal Whitelists

Journal Whitelists enthalten geprüfte, seriöse Fachzeitschriften und helfen Ihnen, vertrauenswürdige Publikationsorte zu identifizieren. Durch die Nutzung dieser Listen können Sie sicherstellen, dass Ihre Forschung in renommierten und qualitätsgesicherten Zeitschriften veröffentlicht wird.

Bewertungsliste

Die CI World of Journals Database bewertet wissenschaftliche Fachzeitschriften und hilft bei der Auswahl seriöser Publikationsorte.

Journal Blacklists

Journal Blacklists enthalten unseriöse oder fragwürdige Fachzeitschriften.