Auf der Nanopartikelkonferenz (NPC-24) in Zürich, welche traditionell an der ETH stattfindet, kamen vom 10. bis 14. Juni 2024 Experten aus allen Forschungsfeldern zusammen. Die Konferenz dient als interdisziplinäre Plattform für Expertendiskussionen zu allen Aspekten von Nanopartikeln, welche unter anderem aus verschiedenen Quellen (Verbrennungs- aber auch Nichtverbrennungsprozessen) emittiert, in der Umgebungsluft umgewandelt und auf lokaler und globaler Ebene verteilt werden. Darüber hinaus wurde zu technischen Minderungsaspekten, Partikelgesetzgebung und die Auswirkungen von Partikeln auf Gesundheit, Umwelt, und Klima referiert.

 

 

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Marius Rohkamp präsentierte die aktuellen Forschungsergebnisse im Bereich der experimentellen Abgasanalyse. Bei der Verwendung von nachhaltigen Luftfahrtkraftstoffen (Sustainable-Aviation-Fuels, kurz: SAF), verändert sich aufgrund der unterschiedlichen chemischen Eigenschaften (nahezu keine Aromaten) im Vergleich zum Standardkerosin (Jet A-1) das Emissionsverhalten der Gasturbine (hier: kleines Wellenleistungstriebwerk). Die Änderungen sind bei den ultrafeinen nichtflüchtigen (Ruß-) Partikeln besonders ausgeprägt. Es werden bei der Verwendung von SAF zu Jet A-1 in Summe weniger und noch kleinere Partikel emittiert. Die Ursache dafür kann in der Bildung der (flüchtigen) gasförmigen Emissionen und den sich daraus bildenden sogenannten PAK’s (Polyzyklischen-Aromatischen-Kohlenwasserstoffen) liegen.

Die Forschungsergebnisse sind ein Resultat aus der Kooperation zwischen den Instituten für Chemie- und Umwelttechnik (UniBwM), Aeronautical Engineering (UniBwM), und dem Lehrstuhl für Turbomaschinen und Flugantriebe (TUM) sowie Munich Aerospace und dem EU-finanzierte Projekt ULTRHAS.

Carsten Neukirchen präsentierte aktuelle Forschungsergebnisse zur chemischen und physikalischen Charakterisierung von Feinstaubemissionen eines and die EURO 7 / GTR 24 angelehnten Bremsenprüfstandes. Der Prüfstand wurde im Rahmen des Projektes DTEC – MORE entwickelt und ermöglicht eine realitätsnahe Untersuchung entstehender Bremsenpartikel. Die ermittelten Emissionsfaktoren für zwei Bremsbeläge legten eine gute Vergleichbarkeit mit anderen Prüfständen nahe. Zudem wurde ein hoher Anteil an ultrafeinen Partikeln (>100 nm) gefunden, welche hohe Konzentrationen an Schwermetallen aufwiesen. Diese Partikel sind aus Gesundheitsgründen besonders besorgniserregend, da sie bis tief in die Lunge eindringen können und hier teils über die Alveolen bis in den Blutkreislauf gelangen.

Für seinen Vortrag auf der Nanopartikelkonferenz wurde Carsten Neukirchen mit dem Preis für den besten gehaltenen Vortrag ausgezeichnet.

 

 

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