FEMS EUROMAT fand vom 3. -7. September 2023 in Frankfurt am Main statt und ist eine der größten europäischen Tagungen für Materialwissenschaften und Technologien. Die Konferenz bestand aus 8 Bereichen und 47 parallelen Sessions (Symposia).  Der Umfang der breitgefächerten Konferenz umfasste unter anderem strukturelle und funktionale Materialien, Fertigungstechniken, darunter Additive Fertigung, Schweißen, Beschichtungstechnologien und zirkuläre Wertstoffkreisläufe sowie Nachhaltigkeit.

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Christian Felbers Vortrag behandelte das Thema “The influence of atmosphere and composition on gas-material-interaction in PBF-LB”. In-situ partikelverstärkte Eisenwerkstoffe wurden im PBF-LB Verfahren in einer reaktiven CO2 Atmosphäre (Prozessgas) hergestellt. Durch Hinzulegieren von Ti konnte die Reaktivität mit der Atmosphäre gesteigert werden. Unter CO2 gedruckte Proben zeigen eine deutliche Aufnahme von Prozessgasen. Die absorbierten Gase reagierten während der Erstarrung mit den Legierungselementen im Werkstoff und führten zur Bildung von nanometergroßen Ti-Oxid Partikeln, die eine Kornfeinung hervorriefen.

 

In ihrem Vortrag „Interfacial microstructure and properties of 316L /Al5053 multimaterial structure fabricated by laser powder bed fusion“ präsentierte Dr. Maria Villa Vidaller die Verarbeitung ungleicher Materialien (Stahl auf Aluminium und Aluminium auf Stahl) im L-PBF Verfahren. Die Materialkombination aus Aluminium und Stahl bietet großes Leichtbaupotenzial und ist daher von großem industriellem Interesse. Es ist jedoch bekannt, dass diese Materialpaarung schwierig zu Fügen ist, da beide Materialien unterschiedliche Wärmeausdehnungskoeffizienten besitzen und sich spröde intermetallische Phasen an der Grenzfläche bilden. Das L-PBF Verfahren könnte diese Herausforderungen lösen, indem Prozessparameter (Schichtdicke, Laserleistung und -geschwindigkeit sowie die Scanstrategie) insbesondere an der Grenzfläche beider Materialien, anpasst werden.

 

Isabel Prestes hielt einen Vortrag zu dem Thema "Negative thermal expansion behaviour of metallic metamaterials produced via multi-material L-PBF". Metamaterial-Einheitszellen mit negativem Ausdehnungskoeffizienten (CTE) wurden durch die Kombination von Invar und IN718 im Multi-Material-L-PBF gedruckt. Für diese Präsentation wurden verschiedene Einheitszellgeometrien gedruckt und ihr CTE mit einem Dilatometer bestimmt. Die gemessenen Ergebnisse wurden dann mit den simulierten Werten für den CTE verglichen.